Rom (dpa) - Der italienische Gesundheitsminister Renato Balduzzi hat das Pharmaunternehmen Novartis kritisiert, weil es zu spät über Unregelmäßigkeiten bei Impfstoffen gewarnt habe.

In einem Gespräch mit dem Minister hätten Vertreter des Konzerns eingeräumt, erst gar nicht und dann nur unvollständig über Kontrollen ihrer Produktion informiert zu haben, hielt das Ministerium fest. «Novartis wusste von den Anomalien in einigen Dosen seit dem 11. Juli», schrieb die Mailänder Zeitung «Corriere della Sera» dazu am Freitag.

Novartis hat nach den Angaben im Gespräch mit dem Minister bekräftigt, dass seine Grippeimpfstoffe sicher seien und die Wirksamkeit der Dosen nicht beeinträchtigt sei. Balduzzi hat von dem Konzern aber weitergehende Informationen und Proben des Impfstoffs mit den Anomalien verlangt. Sie sollen in Italien eingehend untersucht werden. Dafür zuständig ist das staatliche Gesundheitsinstitut.

Betroffen sind in Italien knapp eine halbe Million Dosen des Grippeimpfstoffs. Es geht um möglicherweise gesundheitsgefährdende Qualitätsmängel. Die Impfstoffe wurden als Vorsichtsmaßnahme gestoppt, weil «unerwünschte Reaktionen» darauf möglich seien, hieß es.