Bern/Wien (dpa) - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ist weiterhin von der Sicherheit all seiner Grippeimpfstoffe überzeugt.

«Wir schätzen, dass in der aktuellen Saison rund eine Million Dosen von unseren saisonalen Grippeimpfstoffen in Europa vorhanden sind, bisher ist von keinen negativen Zwischenfällen berichtet worden», teilte der Konzern am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Der italienische Gesundheitsminister Renato Balduzzi hatte nach Medienberichten kritisiert, das Unternehmen habe zu spät vor Unregelmäßigkeiten bei den Impfstoffen gewarnt. In manchen Spritzen war es zu Ausflockungen gekommen.

Novartis habe den italienischen Behörden bereits eine Bewertung vorgelegt, welche die Qualität und Sicherheit all seiner Impfstoffe beweise, reagierte das Unternehmen am Freitag. Bei einer Routine-Qualitätsanalyse einer Charge des Impfstoffs Agrippal sei eine Abweichung - kleine Flocken - festgestellt worden. Diese Charge sei für Italien bestimmt gewesen und nie in den Handel gelangt. Die Eiweißflocken bestünden größtenteils aus dem Stoff Hämagglutinin und stammten hauptsächlich vom Influenzavirus selbst: «Alles normale und notwendige Bestandteile von Grippeimpfstoffen», so der Konzern.

«Das Unternehmen wird weiterhin mit dem italienischen Gesundheitsministerium und der Pharmaziebehörde Aifa zusammenarbeiten, um die Gründe für ihre Entscheidung zu verstehen», übte Novartis indirekt Kritik. Während mehrere Gesundheitsbehörden in europäischen Ländern Vorsichtsmaßnahmen gefordert hätten, gebe es auch eine Mitteilung der Behörden in Großbritannien, die keinen Grund für Sicherheitsbedenken oder weitergehende Schritte sehen würden, so der Konzern.

Novartis-Info

Swissmedic-Mitteilung, 24.10.2012

Liste der in Deutschland zugelassenen Grippe-Impfstoffe

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