München (dpa) - CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat eine Verantwortung für den Anruf des zurückgetretenen Parteisprechers Hans Michael Strepp beim ZDF zurückgewiesen.

«Ich habe keine Anweisung dazu gegeben - ein klares Nein», sagte Dobrindt am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in München. «Ich hätte auch diesen Anruf nicht geduldet, sondern ihn untersagt, wenn ich vorab davon erfahren hätte.»

Dobrindt betonte: «Strepp sagt ja selber, er habe keine Anweisung bekommen - von niemandem.» Dies habe Strepp gegenüber ihm und auch gegenüber Parteichef Horst Seehofer versichert. Zudem habe Strepp betont, dass er das ZDF nicht habe beeinflussen wollen.

Der CSU-Generalsekretär nannte Strepps Rücktritt am Donnerstag - wie auch schon Seehofer - unvermeidlich. «Er hat die notwendige Konsequenz daraus gezogen, dass sich eine übereinstimmende Beurteilung des Telefonats zwischen ZDF und CSU nicht hat herstellen lassen.» Deshalb sei es «richtig und notwendig» gewesen, die Entscheidung so zu treffen.

Zugleich kündigte Dobrindt weitere Aufklärung an. «Es ist jetzt die Aufgabe, dies im Gespräch mit dem ZDF zu klären.» Der Fall werde deshalb Thema in den ZDF-Gremien sein. «Und dann wird man sehen, ob man zu einer gemeinsamen Beurteilung des Telefonats kommen kann.» Vorwürfe, die CSU nehme es mit der Pressefreiheit nicht allzu genau, wies Dobrindt zurück. «Für uns ist die Unabhängigkeit und die Freiheit der Presse ein sehr hohes Gut, auf das wir größten Wert legen.»