Aachen (SID) - Der finanziell schwer angeschlagene Fußball-Drittligist Alemannia Aachen arbeitet mit Hochdruck an der Rettung vor der drohenden Insolvenz und hat aus der finanziellen Schieflage personelle Konsequenzen gezogen. Wie der Verein am Mittwoch bekannt gab, hat sich der Traditionsklub mit sofortiger Wirkung von Geschäftsführer Frithjof Kraemer getrennt. Damit wird Uwe Scherr vorübergehend alleiniger Geschäftsführer.

"Es war seit einiger Zeit bereits klar, dass an dieser Entscheidung kein Weg mehr vorbeiging. Die Entscheidung ist Bestandteil der Sanierung und gehört zum aktuellen Vorhaben, für eine lückenlose Aufklärung zu sorgen.", begründete Präsident und Aufsichtsratschef Meino Heyen die Trennung von Kraemer.

Eine Insolvenz müsse unter allen Umständen verhindert werden, sagte Heyen. Dazu müsse als "primäres Ziel" das verlorene Vertrauen von Partnern, Gläubigern und Freunden zurückgewonnen werden: "Wir haben gute Leute im Haus, die in den nächsten Tagen ein Wirtschaftskonzept erstellen, das man den Partnern vorlegen kann und auf dessen Basis sie wieder ins Boot kommen."

Anfang der Woche war berichtet worden, dass die Alemannia kurzfristig zwei Millionen Euro benötigt, um zahlungsfähig zu bleiben. Die genau Summe wurde am Mittwoch nicht kommuniziert. "Wir werden alles, was bisher erarbeitet wurde, nochmals auf die Prüfstand stellen. Wir haben Klarheit, brauchen aber nochmal die Bestätigung", sagte Aufsichtsratsmitglied Michael Nobis. In der 3. Liga liegt der Zweitliga-Absteiger nach 15 Spielen mit 15 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz.