Köln (SID) - Die Landessportbünde machen mobil, weil sie zu geringe Erlöse für ihre Organisationen aus den künftigen Glücksspielverträgen befürchten. "Wir haben die Teilliberalisierung mitgetragen, weil uns Hoffnung auf mehr Geld für den Breitensport gemacht wurde", sagte Günther Lommer und erneuerte als Sprecher der Landessportbünde und -verbände die Forderung nach einem Drittel der steuerlichen Erlöse aus Sportwetten.

Der Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) machte bei deren Konferenz in Düsseldorf deutlich, das Einnahmedrittel sei bei den Verhandlungen immer in Aussicht gestellt worden. Lommer: "Wir appellieren an die Landesregierungen, sich mit ihren LSB-Vertretern an einen Tisch zu setzen, um gute Lösungen im Sinne des Sports zu erreichen."

Insbesondere wurde an dem am 1. Juli in Kraft getretenen Glücksspieländerungsstaatsvertrag kritisiert, dass keine Bundesregelung für eine Vorab-Beteiligung des Sports an den erwarteten Abgaben bestehe. Aktuell läuft in den Ländern das Genehmigungsverfahren für die Erteilung der Konzessionen zur Durchführung von Sportwetten. Gleichzeitig werden Werberichtlinien erarbeitet. An den erhöhten Einnahmen soll der Sport beteiligt werden.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßte die klare Positionierung der Landessportbünde und -verbände zur finanziellen Beteiligung des gemeinnützigen Sports an den erwarteten künftigen Glücksspielabgaben und Steuern aus Lotterien und Sportwetten. DOSB-Präsident Thomas Bach hatte gemeinsam mit Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und Liga-Präsident Reinhard Rauball (DFL) bereits am 14. Juni ein Gespräch mit den Ministerpräsidenten der Länder geführt, um den Anspruch des gemeinnützigen Sports zu untermauern, einen angemessenen Anteil an den fiskalischen Erträgen aus den Sportwetten in Höhe von einem Drittel zu erhalten.

"Ohne Sport gibt es keine Sportwetten. Darum ist der Anspruch des gemeinnützigen Sports, der von DFB und DFL voll und ganz mitgetragen wird, berechtigt. Im übrigen appellieren wir an die Länder, das Modell so auszugestalten, dass der angestrebte Kanalisierungseffekt auch wirklich eintritt, also die Rahmenbedingungen nicht zu restriktiv sind", sagt DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Vorsitzender des Sportbeirats zum Glücksspielstaatsvertrag.