Köln (SID) - Die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) wird keine Rechtsmittel gegen die Freisprüche von Judith Hesse und Jakob Steigmiller einlegen. Diese Information veröffentlichte die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) auf ihrer Internetseite. Damit sind beide Entscheidungen in der "Causa Erfurt", die den Zeitraum seit Jahresbeginn 2011 betreffen, rechtskräftig. Die vom Erfurter Mediziner Andreas Franke praktizierte UV-Bestrahlung von Blut ist demnach seit dem 1. Januar 2011 eine verbotene Methode.

Beide Sportler und die NADA hatten sich vor dem Deutschen Sportschiedsgericht auf Schiedssprüche mit vereinbartem Wortlaut geeinigt. Darin wurde festgehalten, dass die fragliche UV-Blutbehandlungsmethode zwar objektiv ein Dopingvergehen darstelle, die Athleten in den konkreten Fällen jedoch kein Verschulden treffe.

Unabhängig davon hat die NADA ihre Ermittlungen zur Aufklärung der Erfurter Vorkommnisse vor dem 1. Januar 2011 vorangetrieben. In einem weiteren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht anhängigen Präzedenz-Fall wird geprüft, ob die UV-Behandlung des Blutes auch vor 2011 einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellt. Das Verfahren wird seit Juni 2012 geführt, eine mündliche Verhandlung fand Ende September statt. Eine Entscheidung ist für Mitte November avisiert.