Frankfurt/Main (dpa) - Erfreuliche Konjunktursignale aus den weltgrößten Volkswirtschaften haben am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt gestützt. Der Leitindex Dax stieg um 1,03 Prozent auf 7335,67 Punkte.

Für den MDax ging es um 1,00 Prozent auf 11 607,45 Punkte nach oben, und der TecDax rückte um 0,56 Prozent auf 806,77 Punkte vor. Nicht nur in China verdichten sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung. Auch aus den USA kamen gute Nachrichten aus der Industrie und vom Arbeitsmarkt.

In China war der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Oktober wieder über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gestiegen. «Insgesamt kann festgehalten werden, dass die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft wieder merklich Boden unter den Füßen hat», sagte Analyst Frederik Kunze von der NordLB. Außerdem hatte sich die am ISM-Index gemessene Stimmung in der US-Industrie überraschend weiter aufgehellt. Gute Signale vom Arbeitsmarkt lassen dort zudem Gutes für die am morgigen Freitag erwarteten offiziellen Beschäftigungszahlen erwarten.

Im Dax verbuchten die konjunktursensiblen Automobil- und Technologiewerte die größten Aufschläge. Spitzenreiter waren die Infineon-Aktien mit plus 4,11 Prozent, gefolgt von BMW mit einem Zugewinn von rund drei Prozent. Bei dem Autobauer steigt Börsianern zufolge der Optimismus vor der für kommenden Dienstag erwarteten Bilanzvorlage. Für VW läuft es derweil auf dem US-Automarkt weiter blendend. Die Vorzugsaktien kletterten um 2,76 Prozent. Zwischenzeitlich kosteten sie mit exakt 165 Euro so viel wie noch nie.

Besonders schwach zeigten sich dagegen die als defensiv angesehenen Titel von Fresenius Medical Care (FMC). Am Vortag waren sie nach Zahlen schon um mehr als vier Prozent abgerutscht, und nun büßten sie wegen negativer Analystenstimmen nochmals mehr als drei Prozent ein. Auch die Titel des Mutterkonzerns Fresenius gehörten mit einem Abschlag von nahezu zwei Prozent zu den schlechtesten Werten im Dax.

Nachdem sie in den letzten Tagen die Anleger beschäftigt hatte, ebbte die Flut an Unternehmenszahlen erst einmal ab. Unter den in den drei großen Indizes gelisteten Firmen präsentierte lediglich Drägerwerk seine Bilanz. Der Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik hatte im dritten Quartal die Eurokrise zu spüren bekommen, Händler sprachen zudem von einem vorsichtigen Ausblick. Die Papiere sanken am TecDax-Ende um mehr als drei Prozent.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,21 Prozent höher bei 2533,87 Punkten und auch die Leitindizes in London und Paris verbuchten deutliche Aufschläge. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mit fast einem Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,21 Prozent am Mittwoch auf 1,18 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,09 Prozent auf 134,11 Punkte. Der Bund Future legte knapp um 0,05 Prozent auf 141,79 Punkte zu. Der Euro dagegen fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2975 (Mittwoch: 1,2993) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7707 (0,7697) Euro.