Bamako (dpa) - Inmitten der internationalen Diskussion über einen Militäreinsatz in Mali hat Außenminister Guido Westerwelle den westafrikanischen Krisenstaat besucht.

In der Hauptstadt Bamako wollte er Gespräche mit der malischen Übergangsregierung und mit Parlamentariern aus dem von Islamisten beherrschten Norden des Landes führen.

«Wir stehen solidarisch an der Seite Malis zur Lösung dieser Krise», sagte Westerwelle vor seinem Abflug im Nachbarland Senegal. «Ein rechtsfreier Raum am Südrand der Sahara, in dem Terroristen ihr Rückzugsgebiet finden, würde auch unsere Sicherheit gefährden.»

Islamisten hatten nach einem Militärputsch im März zwei Drittel des Staatsgebiets im Norden unter ihre Kontrolle gebracht. Derzeit beraten Experten afrikanischer Staaten und internationaler Organisationen in Bamako über eine Militärintervention. Die EU will einen möglichen Einsatz logistisch und durch die Ausbildung malischer Regierungstruppen unterstützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands zu einer Beteiligung erklärt.

Westerwelle wollte mit seinem Kurzbesuch vor allem den politischen Prozess zur Krisenbewältigung fördern. Er warb für Gespräche mit allen gesprächsbereiten und gemäßigten Kräften über die Anliegen der Menschen im Norden Malis.

Der Besuch des Außenministers fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt und wurde bis zum Abflug geheim gehalten. Westerwelle hatte seine Afrika-Reise am Mittwoch im Senegal begonnen. Am Freitag und Samstag will er mit Nigeria das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Kontinents besuchen.

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