New York (dpa) - Nach den verheerenden Folgen des Wirbelsturms «Sandy» an der US-Ostküste ist die weltweite Hilfsbereitschaft enorm. In Amerika spendeten zahlreiche Bürger, Unternehmen und Prominente.

Länder wie Iran und Kuba zeigten trotz ihrer politischen Feindschaft ihr Mitgefühl oder boten Unterstützung an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekundete in einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Barack Obama ihr Beileid. Auch am Tag drei nach dem Unwetter waren noch immer Millionen Amerikaner ohne Strom. Die Zahl der Todesopfer stieg allein in den USA nach jüngsten Angaben des Senders CNN auf 56.

Allein beim Roten Kreuz kamen in den USA bis Mittwoch mehr als elf Millionen Dollar (etwa 8,5 Millionen Euro) an. Medienmogul Rupert Murdoch spendete ebenso wie die Autobauer Toyota und Ford. Der bislang größte bekannte Einzelspender wollte aber zunächst anonym bleiben: Der Unbekannte habe der Stadt New York 2,5 Millionen Dollar zugesichert, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg.

In der Metropole kamen nach Angaben von CNN 28 Menschen ums Leben. «Leider müssen wir davon ausgehen, dass diese Zahl noch steigt», erklärte Bloomberg. Gemeinsam mit den Opfern aus der Karibik forderte «Sandy» mehr als 120 Menschenleben.

«Das war ein verheerender Sturm, vielleicht der schlimmste, den wir jemals erlebt haben», sagte Bloomberg. Manche Gegenden sähen aus wie London oder Dresden nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg. Besonders schwer traf es Breezy Point, ein nettes Viertel direkt am Atlantik gelegen. Zuerst kamen die Fluten, dann das Feuer, wahrscheinlich ausgelöst durch Kurzschlüsse. Mehr als 80 hölzerne Häuser brannten bis auf die Grundmauern nieder.

Präsident Obama besuchte am Mittwoch den schwer heimgesuchten Bundesstaat New Jersey und versprach den Betroffenen rasche Hilfe. Priorität habe die Wiederherstellung der Stromversorgung.

Auch in New York harrten die Menschen in vielen Stadtvierteln noch immer ohne Elektrizität oder fließendes Wasser aus. Wegen Versorgungsproblemen musste am Mittwoch ein zweites Krankenhaus in der Stadt evakuiert werden. «Ich habe New York noch niemals zuvor so gesehen», sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Er kündigte zugleich an, dass alle wieder in Betrieb genommenen öffentlichen Verkehrsmittel bis Freitag kostenlos genutzt werden könnten.

Am Wochenende soll in der Stadt wie geplant der New York Marathon stattfinden. Für seine Entscheidung wurde Bloomberg aber auch kritisiert: «Ich verstehe, dass der Marathon der lokalen Wirtschaft Einnahmen bringt, aber seien wir ehrlich, er bindet erhebliche Kräfte. In keinem der Bezirke läuft es auch nur annähernd normal», sagte die Senatorin des Bundesstaates New York, Liz Krueger, der «New York Times».

Unterdessen normalisierte sich die Lage am Frankfurter Flughafen nach mehreren Flugausfällen wieder. Nur drei Flüge nach New York müssten am Donnerstag annulliert werden, teilte der Flughafenbetreiber Fraport am mit.