Schwerin (SID) - "Kaiser" Franz Beckenbauer und der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld haben sich für einen Verbleib von Trainer Jupp Heynckes bei Fußball-Rekordmeister Bayern München über das Saisonende hinaus ausgesprochen. "Wenn der Jupp sich das noch antun will, das eine oder andere Jahr dranzuhängen. Ich kann mir das vorstellen. Der Matthias Sammer nimmt ihm ja sehr viel ab", sagte Beckenbauer laut Bild.de bei einer Veranstaltung des TV-Senders Sky in Schwerin.

Wie Beckenbauer weiter betonte, kenne Heynckes die Gepflogenheiten bei den Bayern genau und habe eine starke Mannschaft um sich herum - auch auf dem Platz. "Ich kann mich nicht erinnern, dass der FC Bayern einmal so gut besetzt war. Bayern hat sehr, sehr gut eingekauft. Die Neueinkäufe haben alle eingeschlagen", meinte Beckenbauer.

Auch Bayerns Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld sprach sich für eine weitere Zusammenarbeit mit Heynckes beim FC Bayern aus: "Ich gehe davon aus, dass er verlängert", sagte Hitzfeld der Bild. Der Coach mache einen vitalen Eindruck. "Heynckes schafft es, jedem Spieler das Gefühl zu geben, ein Teil des Ganzen zu sein", meinte Hitzfeld über seinen Nachfolger.

Beckenbauer lobte in Schwerin zudem die guten Auftritte von Borussia Dortmund und Schalke 04 in der Champions League. Allerdings wollte der "Kaiser" noch nicht von einer neuen deutschen Rolle in der Königsklasse sprechen. "Sie haben es gut gemacht. Vor allem Dortmund hat mir gefallen. Da ist auch eine Entwicklung erkennbar, doch von einer klaren Tendenz will ich nicht sprechen", sagte der Ehrenpräsident von Bayern München.

Beckenbauer erneuerte das Angebot des FC Bayern, im kommenden Jahr für den finanziell angeschlagenen Drittligisten Hansa Rostock ein Benefizspiel zu bestreiten. "Das machen wir gern. Vor allem Uli Hoeneß. Das ist eine soziale Verpflichtung. Wir haben das oft gemacht, vor Jahren auch mit Borussia Dortmund", meinte Beckenbauer und fügte angesichts der jüngsten Erfolgsserie des BVB schmunzelnd an: "Vielleicht hätten wir das lieber nicht machen sollen."

Mit Blick auf die Diskussion um eine stärkere Beteiligung der Vereine an den Kosten für Polizeieinsätze nach den jüngsten Krawallen meinte Beckenbauer: "Diese Diskussion gab es ja immer wieder. Deshalb ist ja auch die Task Force gegründet worden." Er befürchtete ein böses Ende: "Vielleicht greifen nur Maßnahmen wie das Verschwinden von Stehplätzen, Körperkontrollen, personifizierte Tickets. Aber ich meine, dass man es nicht so weit kommen lassen sollte."