Karlsruhe (dpa) - Bei der Verhandlung über den sogenannten Deal im Strafprozess haben die Richter des Bundesverfassungsgerichts deutliche Skepsis gegenüber derartigen Absprachen gezeigt.

Kritisch sahen die Richter vor allem, dass die Verständigung entgegen der gesetzlichen Regelung oft informell erfolgt. «Müsste das nicht eigentlich illegale Verständigung heißen?», fragte Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff am Mittwoch in Karlsruhe. Das Verfassungsgericht verhandelt über drei Verfassungsbeschwerden gegen Urteile, die nach einer Absprache zustande gekommen sind.

Der Düsseldorfer Kriminologe Karsten Altenhain hatte im Auftrag des Gerichts eine Studie erstellt, nach der fast 60 Prozent der Richter nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte ihrer Absprachen ohne die vorgeschriebene Protokollierung treffen. In Deutschland ist die «Verständigung zwischen Gericht und Verfahrensbeteiligten» seit 2009 gesetzlich geregelt.

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