Leipzig (dpa) - Der frühere CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla soll nach Informationen der «Leipziger Volkszeitung» beim ZDF wegen dessen Berichterstattung interveniert haben.

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 habe sich Pofalla über einen Bericht des ZDF-Magazins «Berlin direkt» beschwert, schreibt die Zeitung. Der damalige ZDF-Intendant Markus Schächter und der stellvertretende ZDF-Studioleiter Peter Hahne seien eingeschaltet gewesen. Zu Konsequenzen schrieb die Zeitung nichts. Die Bundesregierung äußerte sich auf dpa-Anfrage am Dienstagabend nicht dazu. Auch das ZDF äußerte sich zunächst nicht.

Der Beschwerde ging dem Bericht zufolge die CDU-Präsidiumssitzung am 2. Februar 2009 voraus. In dieser Sitzung habe Bundeskanzlerin Angela Merkel von einer «Kampagne» gegen sich gesprochen und die Art des journalistischen Umgangs des ZDF mit ihr kritisiert, berichtete die «LVZ» und berief sich auf Teilnehmer. Konkret sei es um einen Beitrag vom Vortag über das Wahlkampfthema Steuerreform gegangen.

Daraufhin habe der damalige CDU-Generalsekretär und heutige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla seine Intervention beim ZDF angekündigt. Laut der Zeitung saß Pofalla damals in seiner Funktion als CDU-Generalsekretär im ZDF-Fernsehrat sowie im mehrheitlich mit Parteivertretern besetzten Chefredakteursausschuss.