Berlin (SID) - Bundespräsident Joachim Gauck hat die deutschen Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Spiele von London mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt. Die Athleten bekamen die höchste Auszeichnung in Deutschland für sportliche Spitzenleistungen in einer feierlichen Zeremonie am Mittwochmittag im Schloss Bellevue verliehen.

"Wir brauchen Sie in unserer Gesellschaft nicht nur als Sportler, sondern auch als Vorbilder in allen anderen Lebensbereichen", sagte Gauck in seiner Festrede an die rund 150 anwesenden Athletinnen und Athleten: "Mein größter Wunsch heute ist, dass die ganze Gesellschaft begreift, dass wir nicht furchtsam Herausforderungen scheuen, sondern sie annehmen. Diese Einstellung hat Sie, liebe Ehrengäste, nicht unglücklich, sondern stark gemacht."

Langstreckenschwimmer Thomas Lurz bedankte sich anschließend im Namen aller Sportler beim Bundespräsidenten. "Es ist uns eine große Ehre, die höchste Sportauszeichnung erhalten zu haben", sagte der Olympia-Zweite. Schützin Manuela Schmermund, die dem Deutschen Behinderten Sportverband (DBS) in der ersten Paralympics-Entscheidung mit Silber die erste Medaille beschert hatte, hob die Bedeutung der Auszeichnung für die Gleichstellung hervor: "Eigentlich gibt es nicht den paralympischen und den normalen Sport, sondern nur einen Sport."

Das Silberne Lorbeerblatt wurde am 23. Juni 1950 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet. 1993 wurden erstmals bei einer Verleihung durch Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker Olympia-Starter und Paralympics-Teilnehmer für ihre in Barcelona gewonnenen Medaillen gemeinsam geehrt.