Rangun (dpa) - Ein Erdbeben der Stärke 6,6 hat in Birma am Sonntag Angst und Panik ausgelöst. Lokalmedien sprachen von leichten Schäden in der Region um Mandalay in Zentralbirma, der zweitgrößten Stadt des Landes mit rund einer Million Einwohnern.

Nach unbestätigten Berichten kamen einige Menschen ums Leben. Die staatlichen Medien hatten zunächst keine Opferangaben. Mandalay mit seinen vielen Klöstern gehört zu den Haupttouristenattraktionen im Land. Mit dem Ende der Regenzeit ist in der Region jetzt Hauptsaison, und Birma ist seit dem Ende der Militärdiktatur vor fast zwei Jahren ein Touristenmagnet.

Tausende Einwohner waren in Mandalay auf die Straßen gerannt und versammelten sich rund um das größte Einkaufszentrum, den mehrstöckigen Zay-Cho-Markt. «So ein starkes Beben habe ich noch nie erlebt». sagte Thin Thin, eine 45-jährige Verkäuferin. «In meinem Laden sind ein paar Flaschen aus dem Regel gefallen. An den Wänden seien Schäden zu sehen. «Wir haben große Angst und sind in Panik.»

Das Beben passierte am frühen Morgen Ortszeit (02.12 MEZ) rund 117 Kilometer nördlich von Mandalay oder 450 Kilometer westlich von Mae Hong Son, eine thailändische Grenzstadt. Selbst in Bangkok mehr als 1000 Kilometer südöstlich von Mandalay wollen Einwohner die Erschütterung gespürt haben. Nahe am Epizentrum liegt die Ortschaft Shwebo, doch lagen von dort zunächst keine Informationen vor. «Wir haben noch keine Angaben über Opfer», sagte ein Regierungsbeamter in der Hauptstadt Naypyidaw.

Beben in der Region resultieren nach Angaben der US-Erdbebenwarte durch Kollisionen zwischen der indischen und der eurasischen Platte. Zwischen 1930 und 1956 seien in der Region sechs Beben mit Stärken über 7,0 und schweren Schäden sowie mindestens 610 Todesopfern passiert. Im März 2011 kamen in Birma bei einem Beben der Stärke 6,8 nahe der thailändischen Grenze mehrere Dutzend Menschen ums Leben und einige hundert Häuser wurden beschädigt oder zerstört.

US-Erdbebenwarte