Köln (SID) - Rekordmeister THW Kiel hat in der Handball-Bundesliga seinen siebten Sieg in Folge eingefahren, wartet aber vergeblich auf einen Ausrutscher des verlustpunktfreien Spitzenreiters Rhein-Neckar Löwen. Titelverteidiger Kiel kam am 11. Spieltag gegen den TuS N-Lübbecke zu einem 30:23 (15:10)-Erfolg und liegt mit 21:1 Punkten einen Zähler hinter den Löwen (22:0), die beim VfL Gummersbach mit 30:28 (12:12) ihren elften Sieg in Serie feierten.

Dahinter festigten die Füchse Berlin (18:4) ihren dritten Platz, mussten gegen den TBV Lemgo aber lange kämpfen. In einer spannenden Begegnung fuhr das Team um Nationaltorwart Silvio Heinevetter einen 21:19 (11:13)-Erfolg ein. Die SG Flensburg-Handewitt unterlag bei der TSV Hannover-Burgdorf 28:29 (12:13) und verlor die Tabellenspitze weiter aus den Augen.

Dagegen festigte die HSG Wetzlar bei FrischAuf Göppingen mit einem 27:23 (11:11)-Sieg den vierten Rang. Der HSV Hamburg feierte beim weiterhin punktlosen Schlusslicht TuSEM Essen ein 34:26 (17:12) und steht auf Platz fünf. Einen 26:21 (10:10)-Heimerfolg verbuchte im Tabellenmittelfeld MT Melsungen gegen den TSV GWD Minden. Aufsteiger TV Neuhausen feierte im Tabellenkeller beim 34:29 (12:11) gegen HBW Balingen-Weilstetten seinen zweiten Saisonsieg und verließ die Abstiegsplätze.

Vor 10250 Zuschauern in Kiel lieferte der TuS N-Lübbecke den Gastgebern in einer temporeichen Anfangsphase einen harten Kampf. Der THW fand erst nach einer Viertelstunde seinen Rhythmus und erspielte sich erstmals einen echten Vorsprung (10:5).

Auch nach der Pause präsentierten sich die Gäste bissig und kamen nach wenigen Minuten zum Ausgleich. "Das war eine Katastrophe", klagte THW-Trainer Alfred Gislason: "Eine Viertelstunde lang haben wir das Handballspielen eingestellt. Die Abwehr packte nicht richtig zu, die Torhüter bekamen nichts zu fassen, und vorne haben wir verworfen."

Erst ab der 47. Minute verschaffte den Kielern eine 4:0-Serie wieder Luft, am Ende stand doch noch der klare Sieg. Der zuletzt angeschlagene Christian Zeitz, Niclas Ekberg und Filip Jicha waren mit jeweils fünf Treffern beste Kieler Schützen. Auch Dennis Wilke und Jens Schöngarth waren für Lübbecke jeweils fünfmal erfolgreich.

Die Rhein-Neckar Löwen erkämpften sich vor 1825 Zuschauern in Gummersbach erst in der 57. Minute den ersten Drei-Punkte-Vorsprung (29:26). "Wir haben von der ersten Sekunde an gemerkt, wie heiß der VfL ist", sagte Andy Schmid: "In den ersten 30 Minuten haben wir sehr schlecht gespielt, nach dem Wechsel aber Moral und Charakter bewiesen." Mit neun Treffern war der Spielmacher bester Werfer der Löwen, der 34-malige Nationalspieler Adrian Pfahl war mit ebenfalls neun Toren für Gummersbach am erfolgreichsten.

Neben der Niederlage mussten die Gummersbacher schlechte Nachrichten verkraften. Bis auf weiteres muss der VfL auf seine Leistungsträger Kentin Mahé und Christoph Schindler verzichten. Der französische Nationalspieler Mahé zog sich eine Knöchelverletzung zu, die genaue Diagnose soll eine Untersuchung am Montag bringen. Der 29-jährige Schindler fiel aufgrund einer Ellbogenverletzung bereits vor dem Spiel aus und wird wohl sechs bis acht Wochen fehlen.