Amsterdam (dpa) - Nach der Absagewelle für das Länderspiel in den Niederlanden hat Bundestrainer Joachim Löw das Mannschaftstraining am Montag kurzfristig gestrichen. Stattdessen wurde für die nur noch 19 DFB-Akteure eine Regenerationseinheit im Team-Hotel in Amsterdam angesetzt.

«Es soll einen Tag regenerativ gearbeitet werden. Das ist bei dieser Witterung besser als draußen», sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Damit kann Löw seine Fußball-Auwahl nur in einer Trainingseinheit in der Amsterdam ArenA auf den Länderspiel-Klassiker am Mittwoch zum Abschluss des EM-Jahres vorbereiten.

Löw hatte insgesamt sechs Absagen hinnehmen müssen. Am Montag verkündeten als letzte Nationalspieler Mesut Özil (muskuläre Probleme) und Miroslav Klose (Grippe) ihren Verzicht auf die Partie. Dafür nominierte der Bundestrainer den Schalker Lewis Holtby nach, der eigentlich ein Testspiel mit der U 21-Auswahl des DFB gegen die Türkei bestreiten sollte.

Der ersatzgeschwächte A-Kader um Kapitän Philipp Lahm umfasst insgesamt 19 Akteure. «Man will immer einen guten Jahresabschluss haben», forderte Bierhoff trotz der angespannten Personalsituation einen couragierten Auftritt. Das Spiel gegen die Niederlande sei «ein wichtiger Test».

Spielmacher Özil, der am Sonntagabend noch beim 2:1-Sieg von Real Madrid bei UD Levante im Einsatz war, sagte am Montag seine Teilnahme am letzten Länderspiel des Jahres wegen muskulärer Probleme ab. Torjäger Klose, der am Wochenende in Italien vor den Augen von Zuschauer Löw beim 3:2-Sieg von Lazio im Derby gegen den AS Rom ein Tor erzielt hatte, muss wegen einer Grippe passen.

Schon am Sonntag war Löw von einer ersten Absagewelle getroffen worden. Der Bundestrainer muss gegen die Holländer auch auf die Bayern-Profis Bastian Schweinsteiger (Virusinfekt), Toni Kroos (Magen-Darm-Probleme) und Jérôme Boateng (Muskelfaserriss) verzichten. Der Dortmunder Abwehrspieler Marcel Schmelzer musste seinen geplanten Länderspiel-Einsatz wegen einer Fußprellung stornieren. Schon vor dem Wochenende stand der Verzicht auf Sami Khedira (Real Madrid) und Holger Badstuber (Bayern München) fest, die nach muskulären Verletzungen im Aufbautraining sind.

Löw muss somit zum Jahresabschluss auf gleich sechs Akteure verzichten, die zuletzt beim historischen 4:4 gegen Schweden in der Startformation gestanden hatten. Insbesondere im Mittelfeld wird der Bundestrainer improvisieren müssen. Neben Rechtsverteidiger Jung, der am Montag als erster Akteur «ein bisschen aufgeregt» im Teamhotel in Amsterdam eincheckte, könnte auch der Schalker Roman Neustädter im defensiven Mittelfeld sein Länderspiel-Debüt feiern.