Berlin (dpa) - Nach der Wahl von Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin zum Grünen-Spitzenduo für die Bundestagswahl 2013 sehen CDU-Politiker die Chancen für Schwarz-Grün wachsen.

«Bei unklaren Mehrheitsverhältnissen nach der Wahl 2013 wäre Katrin Göring-Eckardt sicher jemand, der sich Schwarz-Grün nicht verweigern würde», sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Weiß, der «Rheinischen Post» (Montag). Thüringens CDU-Fraktionschef Mike Mohring sagte der «Bild»-Zeitung: «Das neue Spitzen-Duo zeigt: Die Realos sind bei den Grünen präsenter geworden. Das macht Schwarz-Grün wahrscheinlicher. Die Union muss sich viele Optionen offen halten.»

Trittin und Göring-Eckardt hatten jedoch am Sonntagabend in der ARD und im ZDF deutlich gemacht, dass sie keine Basis für eine Zusammenarbeit mit der Union sehen. Es gebe zu wenig inhaltliche Übereinstimmung, sagten beide.

Weiß ließ allerdings Vorbehalte gegen den Parteilinken Trittin erkennen: «Wenn eine Mehrheit nur mit den Grünen möglich wäre, dann wäre eine Zusammenarbeit mit Katrin Göring-Eckardt für die Union eine realistischere Option als eine Zusammenarbeit mit Jürgen Trittin.»

Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz sagte der «Financial Times Deutschland», der Mitgliederentscheid zeige, dass die grüne Basis nicht länger damit einverstanden sei, die Partei bedingungslos an die SPD zu ketten. «Zwar wird die Grünen-Führung dafür sorgen, dass es auf dem Parteitag eine Koalitionsaussage für Rot-Grün gibt. Aber immer mehr Grüne halten diese Einseitigkeit für unklug.»