München (dpa) - Der Halbleiterkonzern Infineon bekommt die weltweite Konjunkturschwäche jetzt drastisch zu spüren. Bei der Vorlage der Bilanz für sein im September abgelaufenes Geschäftsjahr will der Auto- und Industriezulieferer heute auch ein Sparprogramm vorstellen.

Dazu könnten Kurzarbeit, der Abbau von Zeitarbeitern und weitere Einschnitte bei Forschung und Entwicklung gehören, erwartet Commerzbank-Analyst Thomas Becker. Infineon beschäftigt in Deutschland rund 8300 Mitarbeiter.

Der Konzern hatte bereits mitgeteilt, dass Umsatz und Gewinn im letzten Quartal gesunken seien, und für das laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres einen Einbruch angekündigt. Deshalb werde es «Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung» geben. Auch Konkurrenten wie Intel und Texas Instruments haben über flaue Geschäfte berichtet.

Für den neuen Infineon-Vorstandschef Reinhard Ploss, der den Posten erst im Oktober von dem erkrankten Peter Bauer übernommen hat, ist es der erste große Auftritt vor der Presse. Im vergangenen Jahr hatte der von Bauer sanierte Chipkonzern fast vier Milliarden Euro Umsatz und 1,1 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet.