Amsterdam (dpa) - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird im kommenden Jahr gleich nach dem Bundesliga-Finale zu zwei Testspielen nach Amerika reisen. Dort wird das DFB-Team am 2. Juni in Washington gegen die von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann betreute Auswahl der USA antreten.

Der US-Verband feiert im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag. Für den 29. Mai ist für das Team von Bundestrainer Joachim Löw nach dpa-Informationen ein weiteres Länderspiel in Boston oder New York vereinbart, der Gegner steht aber noch nicht fest.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat den Plan laut Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bereits «akzeptiert». Dies ist notwendig, da die Reise außerhalb der Abstellungspflicht für Spieler stattfindet. Der Trip birgt für Löw allerdings ein personelles Risiko. Am 25. Mai findet das Finale der Champions League in London statt. Am 1. Juni wird in Berlin der DFB-Pokalsieger gekürt. Sollten der FC Bayern München, Borussia Dortmund oder Schalke 04 eines oder gar beide Endspiele erreichen, müsste der Bundestrainer auf zahlreiche Stammkräfte verzichten.

«Das ist ein suboptimaler Termin», sagte Rummenigge. «Wenn es zu einer Wiederholung des DFB-Pokalendspiels des letzten Jahres kommt, wäre das sicher ein Problem für Bundestrainer Löw», sagte er. Damals hatten Dortmund und der FC Bayern das Finale erreicht. Die Clubs stimmten der Reise zu, da ein US-Trip in der offiziellen Abstellungsperiode bis Mitte Juni die Sommerpause für ihre Nationalspieler verkürzt hätte.

In Übersee sicher fehlen werden Mesut Özil und Sami Khedira, die mit Real Madrid am 1. Juni den letzten Spieltag in der Primera Division bestreiten. Auch ein Einsatz der England-Legionäre Lukas Podolski und Per Mertesacker sowie von Rom-Profi Miroslav Klose ist wegen der Abstellungsregularien sehr unwahrscheinlich. Löw könnte seinen Kader auch nicht mit Juniorennationalspielern auffüllen, da für die U 21 kurz darauf die EM-Endrunde in Israel (5.-18. Juni) ansteht.

Der Doppel-Spieltag vor der Sommerpause ist ein Bestandteil der Vorbereitungen auf die WM 2014 in Brasilien, die der DFB bereits jetzt entscheidend vorantreibt. Manager Oliver Bierhoff reist kurz nach dem letzten Länderspiel 2012 in den Niederlanden ins WM-Land, um mögliche Quartiere zu sondieren.

Sportlich geht es für die Löw-Auswahl 2013 am 6. Februar mit einem Test in Frankreich weiter. Ein Doppel-Spieltag gegen Kasachstan (22./26. März) setzt die WM-Qualifikation fort. Für den 14. August ist ein Test gegen Brasilien vereinbart. Der Endspurt um das Brasilien-Ticket steht mit den Partien gegen Österreich (6. September), die Färöer (10. September), Irland (11. Oktober) und in Schweden (15. Oktober) an.

Bei einer direkten WM-Qualifikation als Gruppensieger will Löw im November wieder zwei Testpartien gegen hochkarätige Mannschaften bestreiten. Nach Medienberichten sind England und Italien als Kontrahenten vorgesehen. Die Gruppenauslosung für die WM 2014 findet am 6. Dezember 2013 in Salvador in Brasilien statt.