Washington (dpa) - Fünf Tage nach dem Rücktritt des CIA-Chefs David Petraeus wegen einer Ehebruchaffäre spekulieren die US-Medien nur verhalten über mögliche Nachfolger.

Ein Kandidat sei Michael Morell, der den US-Geheimdienst seit dem Rücktritt von Petraeus kommissarisch leitet, berichtete der Nachrichtensender CNN im Internet.

Der Geheimdienstveteran Morell war an dem Einsatz zur Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden beteiligt gewesen. Allerdings war Morell bereits unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush ein hoher CIA-Vertreter. Die CIA-Pannen vor den Terroranschlägen der Al-Kaida vom 11. September 2001 und bei der Bewertung des Waffenprogramms des irakischen Präsidenten Saddam Hussein sowie der Folterskandal im Irakkrieg könnten sich für Morell nun nachteilig auswirken, urteilt CNN.

Michael Vickers, der höchste für Geheimdienstagenten zuständige Beamte im US-Verteidigungsministerium, wird ebenfalls als möglicher Nachfolger von Petraeus genannt. Der Ex-Agent blickt auf eine steile CIA-Karriere zurück.

Als erste Frau an der Spitze der CIA wird die ehemalige demokratische Kongressabgeordnete Jane Harman gehandelt. Sie ist eine ausgewiesene Expertin in Sicherheitsfragen und leitet derzeit das Woodrow Wilson Center in Washington, ein Analyseinstitut.

Weiterer möglicher Kandidat ist für CNN John Brennan, derzeit Obamas wichtigster Berater für Terrorbekämpfung. Der Präsident hatte ihn eigentlich bereits 2008 zum CIA-Chef machen wollen. Für den Geheimdienst war Brennan unter anderem in Saudi-Arabien stationiert gewesen. Nicht auszuschließen sei auch eine Rückkehr von Verteidigungsminister Leon Panetta als CIA-Chef, berichtete CNN.

Bericht CNN