Krefeld (SID) - Junioren-Bundestrainer Markus Baur hat sich für mehr Einsatzzeiten von Nachwuchsspielern in der Handball-Bundesliga stark gemacht. "Es wäre es von Vorteil, wenn die Spieler sich vermehrt auf höchstem Niveau messen und sich dort austoben könnten", sagte Baur am Mittwoch in Krefeld. Erst wenn die jungen Akteure an ihre Grenzen stießen, würden sie sich nachhaltig verbessern.

Gleichzeitig zeigte der Weltmeister von 2007, der die Junioren am 1. Juli von Christian Schwarzer übernommen hatte, aber auch Verständnis für die Vereine. "Man muss immer beide Seiten sehen. Den Klubs geht es erst an zweiter Stelle um die Entwicklung der Leute, zuerst steht der Erfolg. Die Vereine sind wie kleine Wirtschaftsunternehmen. Das muss man akzeptieren", sagte Baur, der sich vom 4. bis 6. Januar mit seinem Team für die WM in Bosnien-Herzegowina (14. bis 28. Juli) qualifizieren will.

In Krefeld trifft der Nachwuchs des Deutschen Handball-Bundes (DHB) im Qualifikationsturnier auf Finnland, Österreich und Tschechien. Nur der Sieger löst das WM-Ticket. "Die Qualität der Truppe ist richtig gut. Wir werden alles daran setzen, gute Ergebnisse einzufahren", sagte Baur.

Weitaus kritischer bewertete der 41-Jährige die Lage in der A-Nationalmannschaft. Diese war nach der Blamage in der EM-Qualifikation gegen Montenegro zuletzt zu einem wenig überzeugenden 30:27-Sieg in Israel gekommen.

"Im Endeffekt hat es in beiden Spielen überall gehapert. Wir haben es im Angriff nicht geschafft, uns gegen die offensivere Deckungsvariante durchzusetzen. In der Abwehr haben wir die Bereitschaft vermissen lassen, zusammenzuarbeiten", sagte Baur dem SID: "Wenn ein Großteil des Kaders die Form nicht findet, ist es schwer zu bestehen."

Ein Comeback des in Ungnade gefallenen HSV-Spielmachers Michael Kraus ist nach Ansicht des zweimaligen Handballers des Jahres eine Option. "Ich weiß, dass ein Austausch stattfindet. Wenn wir nur die beiden Spiele nehmen, dann müssen wir etwas ändern. Dann können uns viele Spieler helfen", sagte Baur.