Accra/New York (dpa) - Die Vereinten Nationen haben aktiv in die Kämpfe im Kongo eingegriffen. Kampfhubschrauber der Weltorganisation beschossen am Samstag im Osten des Landes Stellungen der Rebellengruppe M23, um die Regierungstruppen zu unterstützen.

Meldungen über Folgen der Kämpfe gab es zunächst nicht. In New York kam wegen der Krise der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammen. Die Kämpfe sind das Ende einer Waffenruhe, die einige Wochen angehalten hatte.

«Die Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo kämpfen jetzt zur Sicherung der Stadt Goma», zitierte Radio Okapi aus der Hauptstadt Kinshasa Julien Paluku, den Gouverneur der umkämpften Provinz Kivu. Er bestätigte, dass die Monusco genannte Friedensmission der UN eingegriffen habe: «Monusco hat sich mit Kampfhubschrauber eingeschaltet, um den Vormarsch der Rebellen aufzuhalten.» Etwa 450 000 Menschen sind auf der Flucht.

Die UN werfen Ruanda vor, die M23 - benannt nach dem 23. März 2009, als eigentlich ein Friedensabkommen ausgehandelt wurde - zu unterstützen. Hintergrund ist der Konflikt zwischen Hutu und Tutsi, dem bei den Massakern 1994 bis zu einer Million Tutsi zum Opfer fielen. Die M23 ist von den Tutsis geprägt - ebenso wie die Regierung Ruandas. «Wir müssen eine klare Botschaft an die Rebellen schicken», sagte Frankreichs UN-Botschafter Gerard Araud.

Die Rebellen werden angeblich von dem desertierten kongolesischen General Bosco Ntaganda angeführt. Der 39-Jährige, der sich selbst «Der Terminator» nennt, wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen gesucht. Die Rebellen haben in letzter Zeit vor allem im Osten Kongos Geländegewinne erzielt.

Die UN-Friedenstruppe Monusco gibt es seit November 1999. Sie ist mit mehr als 20 000 Mann nicht nur die bei weitem größte Blauhelmmission, sondern mit einem Etat von mehr als einer Milliarde Dollar auch die teuerste.

Monusco im Netz