Berlin (dpa) - Bei der Entwicklung neuer Formen der Online-Werbung mit der massiven Auswertung von Nutzerdaten will die Werbebranche verstärkt auf die Einhaltung des Datenschutzes achten.

Zu diesem Zweck hat der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) eine Einrichtung zur Selbstkontrolle gegründet. Der Deutsche Datenschutzrat Online-Werbung (DDOW) will auf Webseiten alle Formen der Online-Werbung kennzeichnen, die ihre Zielgruppe mit Nutzerprofilen möglichst genau erfassen wollen. Hier sollen die Nutzer auch die Möglichkeit erhalten, den Einsatz dieser Werbeformen steuern zu können.

Selbstkontrolle sei in der Werbebranche schon lange etabliert, um ein eigenverantwortliches Verhalten der Branche zu gewährleisten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Manfred Parteina, am Montag in Berlin. Diese werde jetzt mit dem DDOW um eine digitale Komponente erweitert.

Ziel sei die Verbesserung der Transparenz bei nutzungsbasierter Online-Werbung. Der Branche sei sehr bewusst, dass Werbung für den Empfänger zumutbar sein müsse, sagte Parteina. Der Verein Digitale Gesellschaft kritisierte die Initiative als einen Versuch, «die kommenden europäischen Datenschutzregeln möglichst stark zu verwässern».