London (dpa) - Im Skandal um Milliarden-Verluste bei der Schweizer Großbank UBS ist ihr frühere Händler Kweku Adoboli am Dienstag des Betrugs in zwei Fällen für schuldig befunden worden. Die Fälschung der Bücher konnte die Jury am Southwark Crown Court dem heute 32 Jahre alten Mann nicht nachweisen.

Das Strafmaß wollte das Gericht noch im Laufe des Dienstag verkünden. Adoboli hatte zugegeben, die Bank durch risikoreiche Geschäfte in den Jahren 2009 bis 2011 um 2,3 Milliarden US-Dollar gebracht zu haben. Er gab jedoch an, sich nicht persönlich bereichert zu haben. Kollegen und Vorgesetzte hätten von den Praktiken gewusst. Die Bank war durch die Verluste vorübergehend in Schwierigkeiten geraten. Vorstandschef Oswald Grübel und weitere führende Banker mussten gehen. Dennoch war bis zum Schluss des Prozesses fraglich, ob das Vorgehen strafrechtlich relevant war.

Die Staatsanwaltschaft warf Adoboli vor, mit seiner Zockerei die UBS an den Rande des Untergangs gebracht zu haben. UBS sei «ein oder zwei Wetten vom Ruin entfernt» gewesen, hatte Staatsanwältin Sasha Wass erklärt. Phasenweise habe UBS durch die Geschäfte Adobolis mit bis zu zwölf Milliarden US-Dollar in der Kreide gestanden. Er habe geglaubt den «Magic Touch» zu haben und seine eigene Karriere vorantreiben wollen.