Palo Alto (dpa) - Ein noch vom deutschen Konzernchef Léo Apotheker eingefädelter Zukauf entpuppt sich für Hewlett-Packard als Milliardengrab. Wegen erst jetzt entdeckter «ernsthafter Unregelmäßigkeiten» und «massiver Ungenauigkeiten»

in der Bilanzierung des Software-Unternehmens Autonomy schreibt der US-Computerkonzern 8,8 Milliarden Dollar in den Wind. Damit löst sich fast der komplette Kaufpreis von damals gut 10 Milliarden Dollar auf.

Durch die Abschreibung liege der Verlust im vierten Geschäftsquartal (August bis Oktober) bei 6,9 Milliarden Dollar (5,4 Mrd Euro), teilte HP am Dienstag überraschend mit. Üblicherweise legen Firmen von der US-Westküste ihre Bilanzen erst nach Börsenschluss in New York vor und damit nachts deutscher Zeit. Im Vorjahreszeitraum hatte HP auch nur 239 Millionen Dollar verdient. Der Kurs brach vorbörslich um 11 Prozent ein.

Hewlett-Packard hatte den Zukauf von Autonomy im August 2011 verkündet. Der damalige Chef Apotheker wollte die Ausrichtung des Technologie-Urgesteins von Hardware zu Software ändern und die PC-Sparte abstoßen. Er stieß damit aber bei Aktionären und im eigenen Haus auf wenig Gegenliebe.

Der Kurs brach ein. Nur wenige Wochen später wurde Apotheker gefeuert und die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman übernahm im September 2011 das Ruder. Bereits im Vorquartal musste sie unter anderem wegen schwacher PC-Verkäufe einen Verlust von 8,9 Milliarden Dollar verkünden.

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