Berlin (dpa) - Nach dem vorzeitigen Rückzug von Intel-Chef Paul Otellini steht dem weltgrößten Chiphersteller bei der Suche nach einem Nachfolger eine schwierige Aufgabe bevor.

Unter den am Montag von Intel ernannten Geschäftsführenden Vizepräsidenten dürfte kaum einer die nötige Strahlkraft besitzen, die Intel im derzeit schwierigen Geschäftsumfeld benötige, sagte Craig Berger, Analyst bei der Investmentbank FBR Capital Markets & Co der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. «Es ist derzeit ein schwieriger und herausfordernder Übergang für jeden», sagte Berger. Möglicherweise wäre Intel besser mit einem externen Nachfolger beraten.

Ein Manager von Apple oder dem Chipproduzenten Qualcomm, der sich mehr mit dem Geschäft mit mobilen Geräte auskennt, könne die bessere Wahl für eine Nachfolge sein, schätzt Berger. Intel hatte noch offen gehalten, ob der Chefposten des Chipgiganten mit einem internen oder externen Kandidaten besetzt werden solle. Insbesondere im mobilen Geschäft, in dem Intel großen Nachholbedarf hat, besitzt aber keiner der internen Kandidaten herausragende Erfahrungen.

Otellini, der noch vor seinem 65. Lebensjahr im Mai den Hut nehmen will, ist der fünfte Chef des Halbleiterspezialisten überhaupt - und war der erste ohne Ingenieurs-Titel. Bislang hat Intel seine Chefs stets aus den Reihen der eigenen Mitarbeiter besetzt.

Bericht Bloomberg