Frankfurt/Main/Paris (dpa) - Die Finanzmärkte haben am Dienstag kaum auf den Entzug der Top-Bonität Frankreichs durch die US-Ratingagentur Moody's reagiert. Unmittelbar nach der Abstufung rutschte der Euro am Montagabend zwar fast einen halben US-Cent nach unten auf 1,2770 US-Dollar.

Am Dienstag erreichte die Gemeinschaftswährung aber schnell wieder die Marke von 1,28 Dollar. Zu - allerdings geringen - Verlusten kam es an der Pariser Börse. Der Leitindex CAC 40 mit den führenden französischen Aktiengesellschaften gab leicht nach. Dabei verloren die größten Bankentitel wie BNP Paribas und Société Générale zeitweise deutlich mehr als ein Prozent.

Eine moderate Reaktion zeigte der Handel mit französischen Staatsanleihen. Trotz der Befürchtung einiger Experten, dass der Verlust der Bestnote für französische Anleihen bei Moody's die Kreditaufnahme künftig verteuern könnte, legten die Zinssätze im freien Handel zunächst nur leicht zu. So stieg die Rendite für richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 0,02 Prozentpunkte auf 2,09 Prozent. Derzeit zahlt die zweitgrößte Euro-Wirtschaft so wenig Zinsen für frisches Kapital wie nie zuvor.

Commerzbank-Experte Lutz Karpowitz erklärte die verhaltene Marktreaktion unter anderem mit der Konstruktion des neuen Euro-Rettungsschirms ESM. Dieser sei im Gegensatz zum bisherigen Schirm EFSF weniger anfällig gegen Bonitätsabstufungen. Darüber hinaus nannte Karpowitz das neue Anleihekaufprogramm OMT der Europäischen Zentralbank (EZB), das ohnehin unabhängig von Ratings sei.

Die große US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte dem französischen Staat bereits Anfang des Jahres die Bestnote für Kreditwürdigkeit entzogen. Mit weiteren Negativ-Urteilen war angesichts der düsteren Wachstumsprognosen für Frankreich gerechnet worden. Eine große Panik am Markt blieb auch deshalb aus.

Moody's-Mitteilung

Mitteilung Moscovicis