Bagdad/Kirkuk (dpa) - Während alle Welt auf den Krieg in Nahost blickt, bahnt sich eine neue Krise im Irak an.

Nachdem die Zentralregierung in Bagdad Soldaten mit 100 Fahrzeugen und 35 Panzern in ein Gebiet südlich der Stadt Kirkuk verlegt hat, wurden am Dienstag Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Milizen in Alarmbereitschaft versetzt. Kirkuk ist das Zentrum der irakischen Erdölindustrie im Norden des Landes.

Ein Sprecher der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sagte laut irakischen Medien, falls die Armee die kurdischen Gebiete im Norden angreifen sollte, werde die PKK helfen, diese zu verteidigen.

Beobachter vor Ort berichteten, die Truppen der regulären Streitkräfte stünden inzwischen in Tus Chormato südlich von Kirkuk. In der Stadt leben Kurden, Araber, Turkmenen und Christen in einem konfliktreichen Miteinander. Die arabischen Iraker lehnen Pläne ab, die Stadt dem Autonomiegebiet der Kurden zuzuschlagen.

In Kirkuk hieß es am Dienstag, Hintergrund der Drohgebärden von Regierungschef Nuri al-Maliki sei der zwischen Bagdad und der kurdischen Regierung in Erbil seit Jahren schwelende Streit um die Öl-Einnahmen.

Stellungnahme der PKK