Kairo (dpa) - Eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen wird nach Angaben der BBC und des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira noch am Dienstagabend in Kraft treten.

Dies habe Hamas-Sprecher Ayman Taha in Kairo bekanntgegeben, berichtete die BBC im Kurznachrichtendienst Twitter. Auch ein ägyptischer Sicherheitsbeamter, der an den Verhandlungen in Kairo beteiligt war, berichtete der BBC, dass sich die Konfliktparteien auf eine Waffenruhe geeinigt hätten. «Der Deal ist perfekt», wurde der Mann zitiert.

Der israelische Rundfunk hatte zuvor schon auf seiner Webseite berichtet, man erwarte die Verkündung einer Waffenruhe am Abend. Dies werde voraussichtlich während des Besuchs von US-Außenministerin Hillary Clinton in Israel geschehen. Grundlage der Vereinbarung sei ein Überwachungsmechanismus, an dem Sicherheitsvertreter Israels, Ägyptens und der USA beteiligt sein sollten. Der Sender berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Jerusalem, die Vereinbarung solle den Einwohnern im Süden Israels zumindest ein bis zwei Jahre Ruhe gewährleisten.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat für Dienstagabend eine Erklärung über eine Waffenruhe in Nahost angekündigt. «Die Führungen des Islamischen Dschihad und der Hamas sowie die ägyptischen Vermittler werden am Dienstagabend eine Pressekonferenz abhalten, um eine Waffenruhe mit Israel auszurufen», hieß es auf einer dem Dschihad nahestehenden Nachrichtenseite.

Auch das Zweite Israelische Fernsehen berichtete, um 20.00 Uhr MEZ solle in Kairo eine Waffenruhe ausgerufen werden. Diese werde allerdings erst um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MEZ) in Kraft treten.

Kurz vor der Einigung hatte die israelische Luftwaffe ihre Angriffe im Gazastreifen intensiviert. Im Süden von Gaza-Stadt seien am Dienstag mindestens sechs Menschen bei Angriffen auf zwei Autos getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in der Enklave am Mittelmeer mit. Der Angriff kam, als gerade eine Delegation arabischer Außenminister und Diplomaten zu einem Solidaritätsbesuch durch Gaza-Stadt fuhr.