Zug (dpa) - Die Aktionäre des Bergbaukonzerns Xstrata haben der lange umstrittenen Fusion mit dem Rohstoffriesen Glencore zugestimmt. Sie votierten am Dienstag in Zug mit rund 90 Prozent für den Zusammenschluss beider Unternehmen zu einem neuen Giganten des weltweiten Rohstoffgeschäfts.

Wenige Stunden zuvor hatten die Glencore-Aktionäre die Pläne mit noch größerer Mehrheit abgesegnet. Ob der «Mega-Deal des Jahres» perfekt gemacht und der neue Konzern «Glencore Xstrata International plc» Anfang 2013 an den Start gehen kann, hängt nun von den Wettbewerbsbehörden ab.

Die EU-Kommission will dazu am Donnerstag eine erste Stellungnahme abgeben. Auch Kartellwächter in China - größter Abnehmer für Rohstoffe auf der Welt - sowie in Australien und Südafrika können die Verwirklichung des Plans noch verhindern oder zumindest lange Zeit auf Eis legen.

Mit dem neuen Unternehmen - in der Branche kurz «Glenstrata» genannt - würde der weltweit erste voll integrierte Rohstoffriese entstehen, bei dem die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau über den Handel bis zur Lagerung und dem Transport unter einem Firmendach konzentriert ist. Der Konzern mit einem Börsenwert von rund 90 Milliarden Dollar würde nach Einschätzung Schweizer Experten zum weltweit viertgrößten Unternehmen bei metallischen Rohstoffen aufsteigen, nach Berechnungen der Deutschen Rohstoffagentur DERA von zum insgesamt fünftgrößten Rohstoffkonzern.

Glencore hatte den Xstrata-Aktionären eigene Aktien im Verhältnis 3,05 zu 1 zum Tausch angeboten. Der Rohstoffkonzern hatte damit im September ein anfängliches Angebot von 2,8 Aktien wegen unzufriedener Xstrata-Aktionäre aufgebessert. Treibende Kraft der Fusion ist seit langem Glencore-Chef Ivan Glasenberg.

Eine Schlappe mussten die Verantwortlichen beider Unternehmen bei den geplanten «Halteprämien» für rund 70 Top-Manager von Xstrata einstecken. Sie sollten sich auf umgerechnet rund 180 Millionen Euro Pfund belaufen. Eine entsprechende Resolution ließen die Xstrata-Aktionäre durchfallen. Mit den umstrittenen Prämien sollte eine Abwandern wichtiger Xstrata-Manager verhindern werden.

Xstrata-Verwaltungsratschef John Bond zog die Konsequenzen aus der Niederlage und kündigte nach der Sitzung seinen Rücktritt an, sobald der Zusammenschluss abgeschlossen sei. Er warf den Aktionären vor, mit der Ablehnung der Zahlungen das neue Unternehmen unnötigen Risiken auszusetzen. Unabhängig davon muss Xstrata-Chef Mick Davis laut Fusionsplan ein halbes Jahr nach der Übernahme das neue Unternehmen verlassen. An die Spitze tritt dann der bisherige Glencore-Chef Ivan Glasenberg.

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