Berlin (dpa) - Vor dem kleinen Parteitag der SPD hat deren Vize-Vorsitzende Manuela Schwesig die Forderung bekräftigt, am aktuellen Rentenniveau von etwa 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns bis zum Jahr 2020 festzuhalten.

Die SPD wolle außerdem dafür sorgen, dass alle Menschen eine «sichere Rente von 850 Euro» erhielten, «auch jene, die etwa durch gebrochene Erwerbsbiografien nicht hinreichend für ihr Alter vorsorgen konnten», sagte Schwesig der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstag).

Nach monatelangem Konflikt will die SPD heute (Samstag) in Berlin eine einheitliche Linie in der Rentenpolitik beschließen. Erwartet wird, dass die 200 Delegierten des Parteikonvents das Konzept mit großer Mehrheit billigen werden. Fast einmütig hatte der SPD-Vorstand bereits vor zwei Wochen den Vorschlägen für eine monatliche Mindestrente von 850 Euro für langjährig Versicherte und weiteren Verbesserungen für den Übergang aus dem Berufsleben zugestimmt.

Die geltende Rechtslage erlaubt ein Absinken des Rentenniveaus auf 46 Prozent eines Durchschnittlohns bis zum Jahr 2020 und auf 43 Prozent bis zum Jahr 2030. Erst wenn dieses Sicherungsniveau unterschritten würde, müsste der Gesetzgeber intervenieren. Der letzte Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung geht für 2020 von einem Niveau von knapp 48 Prozent aus. Festhalten will die SPD an ihrer Position, die Rente bis 67 so lange auszusetzen, bis mindestens die Hälfte der älteren Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist.

Rentenkonzept Bundes-SPD