Berlin (dpa) - Geringe Lohnerhöhungen in Deutschland haben laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in den vergangenen Jahren die Stabilität in der Eurozone belastet.

Hohe deutsche Exportüberschüsse entständen «auf Pump, auf den Schulden der anderen Länder», sagte Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung am Montag in Berlin.

Deutschland lag nach dem Report im vergangenen Jahr mit der Höhe seiner Arbeitskosten in der Privatwirtschaft auf Rang sieben der 27 EU-Länder und damit auf dem gleichen Rang wie 2010. Zwar sei Deutschland ein Land mit hoher Wettbewerbsfähigkeit. «Die Kehrseite ist eine relativ schwache Entwicklung bei Löhnen und Binnennachfrage», sagte Horn. Die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse setzten die Partner in der EU unter großen Druck. Das mache es so schwer, die Krise im Euroraum zu bewältigen.