Brüssel (dpa) - Finanzminister Wolfgang Schäuble rechnet mit einer Einigung der Euro-Gruppe über weitere Griechenland-Hilfen, erteilte einem Schuldenschnitt aber eine klare Absage.

«Wir werden eine Lösung finden. Ich bin ganz zuversichtlich», sagte Schäuble am Montag in Brüssel vor Beginn der Beratungen der Finanzminister der Euro-Gruppe mit den Spitzen von IWF und Europäischer Zentralbank (EZB), Christine Lagarde und Mario Draghi. «Wir sind bereit, zu einer Lösung zu kommen, und ich glaube, dass dies heute auch gelingen wird.»

Auch Schäubles Amtskollegen rechnen mit einem Durchbruch beim zweiten Sondertreffen innerhalb einer Woche. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici betonte, eine Abmachung sei in Reichweite: «Zu 95 Prozent haben wir es schon geschafft.» IWF-Chefin Lagarde mahnte eine glaubwürdige Lösung an. Bei den Verhandlungen geht es zunächst um die Freigabe einer schon länger fälligen Zahlung von mindestens 31,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm. Zudem muss eine neue Milliarden-Finanzlücke geschlossen werden.

Schäuble zufolge lehnt nicht nur Deutschland einen weiteren Schuldenschnitt aus rechtlichen Gründen ab, sondern auch die anderen Euro-Länder. Man könne nicht für weitere Hilfskredite garantieren, wenn denn gleichzeitig ein Schuldenschnitt vorgenommen werde. «Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern das ist in allen Ländern der Euro-Zone so. » Auch die EZB als größter Gläubiger Ahthens sei nicht zu einem Schuldenschnitt bereit. «Deswegen ist es eine Unart, dass daraus ein typisches deutsches Problem gemacht worden ist.»