Sao Paulo (dpa) - Für Sebastian Vettel hat der Party-Marathon begonnen. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister machte mit seinem Team die Nacht nach seinem Hattrick-Triumph in Sao Paulo zum Tag.

Bereits am Dienstag will sich Vettel bei der gesamten Red-Bull-Racing-Mannschaft im Werk im englischen Milton Keynes bedanken. «Leider bekommt man das oft nicht mit, wie viele Stunden die Jungens und auch Mädels zu Hause in der Fabrik schuften, damit alles am Ende für uns an der Strecke gut läuft», schrieb Vettel auf seiner Homepage.

«Im Moment könnte man mich anstechen und ich würde es nicht merken», bekannte der 25-Jährige. In der Garage seines Red-Bull-Teams tobte da schon die Party, alle Anspannung einer wechselvollen Saison und eines hochdramatischen Finalrennens waren von Vettels Crew abgefallen.

Teamchef Christian Horner kündigte im Überschwang der Gefühle an: «Ich bin sicher, dass wir heute Abend sehr hart feiern werden. Morgen wird es einige Kater geben.» Vorher hatte der Brite gemeinsam mit Red-Bull-Technikchef Adrian Newey bang an der Boxenmauer gehockt und 71 quälende Runden lang um den Titel für Vettel zittern müssen.

Nach einem Unfall am Start war der Deutsche bis ans Ende des Feldes zurückgefallen. Ein taktisch falscher Reifenwechsel setzte den Erfolg abermals aufs Spiel. Doch es reichte: Vettel rettete sich als Sechster ins Ziel und hatte so in der Schlussabrechnung drei Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Fernando Alonso. «Es war ein unglaubliches Rennen mit den ganzen Umständen», sagte Vettel.

Aus der Heimat flogen dem Hessen die Herzen zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte ebenso wie die Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Lukas Podolski, der frühere Tennisstar Boris Becker und Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen. An der Strecke kamen die ersten Glückwunsche von Rekordchampion Michael Schumacher, für den der Große Preis von Brasilien das letzte Rennen der Karriere war. «Ich bin sehr stolz auf ihn, das freut mich für ihn wahnsinnig. Es ist ein schöner Moment, ihm das Feld zu überlassen», sagte Schumacher.

Der großen Nachfrage wegen veröffentlichte der 25 Jahre alte Heppenheimer clevererweise gleich auch seine weiteren Termine. Viel Zeit zum Ausruhen wird er nicht haben: Am Samstag fährt er mit seinem Red Bull durch die Gassen von Graz, einen Tag später steht er im Mittelpunkt der Autosport Awards in London. Dann geht es wieder zurück nach Österreich.

Im Hangar7 von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz auf dem Salzburger Flughafen wird Vettel am 3. Dezember beim hauseigenen Sender auftreten. Vier Tage später erhält der Heppenheimer in Istanbul bei der Gala des Internationalen Automobilverbandes die WM-Trophäe, ehe es wieder nach Übersee geht. Vom 14. bis 16. Dezember tritt Vettel mit Kumpel und Rekordweltmeister Michael Schumacher beim Race of Champions in Bangkok an. Das Motto vom Sonntag dürfte damit noch ein bisschen länger gelten. «Ich geh jetzt mal kurz feiern», schrieb Vettel.