Mönchengladbach (dpa) - Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Lucien Favre hält die angedachte Abschaffung der Europa League und die gleichzeitige Erweiterung der Champions League für bedenklich.

«Es ist sehr gefährlich, wenn immer die gleichen Mannschaften die Champions League bestreiten würden», sagte der Schweizer nach dem Fußball-Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg (2:0). «Dann werden die Reichen immer reicher und der Unterschied zwischen den Vereinen wird immer größer.»

Außerdem sehe man die Europa League in Deutschland anders als in anderen Ländern. «In Deutschland ist es eine Motivation, dort spielen zu können», sagte Favre. Die Gladbacher haben die Zwischenrunde der aktuellen Europa League bereits erreicht. Positiv sieht Favre den Vorschlag der European Club Association (ECA) , dass der Europa-League-Gewinner automatisch einen Startplatz in der anschließenden Saison der Champions League erhält: «Eine gute Idee.»

Auch Sportdirektor Fredi Bobic vom Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart sieht eine mögliche Reform der Europapokalwettbewerbe skeptisch. Angesichts des Gedankenspiels von UEFA-Präsident Michel Platini, ab 2015 die Europa League zugunsten einer auf 64 Vereine aufgestockten Champions League abzuschaffen, sagte Bobic: «Sollte man das dann noch Champions League nennen? Wenn man die Europa League in die Champions League hineinbringt, dann ist es ja eher eine Europa League.»

Bobic bewertet hingegen den Vorschlag von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge positiv, dem Gewinner der Europa League einen automatischen Startplatz in der Champions League für die anschließende Saison einzuräumen. «Das kann man machen», sagte der VfB-Sportdirektor. «Aber was ist schon das Wichtige und Faire? Wie kannst du alle Mitgliederverbände befrieden?»