Frankfurt/Main (dpa) - Nach monatelanger Auftragsflaute schöpfen die deutschen Maschinenbauer wieder Hoffnung. Trotz weltweiter Konjunkturabkühlung und Euro-Schuldenkrise erhielt die mittelständisch geprägte Schlüsselbranche den zweiten Monat in Folge mehr Aufträge.

Getrieben von einer starken Nachfrage aus dem Ausland legten die Bestellungen um real sieben Prozent zu, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag mitteilte. «Die Oktoberzahlen machen Mut», erklärte der Verband. Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte die Branche im September insgesamt wieder mehr Aufträge erhalten.

Die Bestellungen aus dem Ausland stiegen im Oktober kräftig um 11 Prozent. «Die stärksten Impulse kamen erwartungsgemäß aus den Nicht-Euro-Ländern (plus 14 Prozent). Doch auch die Orders aus den Euro-Partnerländern konnten wieder etwas zulegen (plus 3 Prozent)», erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Selbst im Inland gab es einen Hoffnungsschimmer. Der Rückgang bei den Bestellungen fiel mit 1 Prozent deutlich geringer aus als in den Vormonaten. Im Oktober hätten die Unternehmen offenbar einiges nachgeholt, «was sie aus Gründen der Vorsicht vielleicht zurückgestellt hatten», erklärte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Aus Unsicherheit über die ungelöste Euro-Schuldenkrise hatten sich die Unternehmen auch im dritten Quartal 2012 mit Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge zurückgehalten. Die Investitionen sanken dem Statistischen Bundesamt zufolge um 2,0 Prozent.

Die Situation in den Betrieben ist allerdings sehr unterschiedlich. Ein Plus bei den Bestellungen von 15 Prozent und mehr verzeichneten von August bis Oktober die Hersteller von Turbinen und Textilmaschinen sowie die Verfahrenstechnik. Einen deutlichen Rückgang von mehr als 20 Prozent gab es dagegen unter anderem bei Bergbaumaschinen sowie Hütten- und Walzwerkeinrichtungen.

Insgesamt gingen von August bis Oktober bei den deutschen Maschinenbauern 2 Prozent mehr Bestellungen ein als im Vorjahr. Die Nachfrage aus dem Ausland stieg um 10 Prozent, die Bestellungen aus dem Inland sanken um 11 Prozent.

Der VDMA erwartete zuletzt in diesem Jahr einen Rekordumsatz von 209 Milliarden Euro. Details zum zu Ende gehenden Jahr und einen Ausblick auf 2013 will der Verband am 13. Dezember geben.