Köln (SID) - DOSB-Generaldirektor Michael Vesper hat trotz wachsender Kritik die bestehende Anti-Doping-Gesetzgebung verteidigt. Nach dem heftigem Streit um schärfere Anti-Doping-Gesetze am Mittwoch im Sportausschuss des Deutschen Bundestages erklärte Vesper am Donnerstag in Köln, Verfahren gegen Athleten durch Staatsanwaltschaften seien viel zu langwierig, außerdem sanktioniere das Sportsystem härter als ein Anti-Doping-Gesetz.

"Was wir wirklich nicht brauchen, ist die Strafbarkeit des Eigendopings. Weil der Sport diesen Bereich mit seiner Gerichtsbarkeit sehr schnell und ausreichend abdeckt", sagte Vesper bei einer Veranstaltung der Macromedia-Hochschule für Medien und Kommunikation.

Vesper forderte, die Hintermänner "stärker ins Visier" zu nehmen. "Wir brauchen auch mehr als die bisherigen zwei Schwerpunktstaatsanwaltschaften in München und in Freiburg. Wir brauchen sie im Osten, im Westen und im Norden dieses Landes", sagte Vesper.

Laut Vesper habe die verschärfte Anti-Doping-Gesetzgebung aus dem Jahr 2007 ihre Wirkung nicht verfehlt: "Die Zahl der Verfahren hat sich verdoppelt oder verdreifacht, die Zahl der Urteile verzwölffacht." Namhafte Leistungssportler gingen allerdings nicht in die Falle.