Essen (dpa) - Der Industriekonzern ThyssenKrupp hat mit einem weiteren Fall von zweifelhaften Geschäftspraktiken im eigenen Haus zu kämpfen. Mitarbeiter des Tochterunternehmens GfT Bautechnik sollen Geschäfte mit dubiosen Zahlungen angeschoben haben.

Entsprechende Berichte des «Handelsblatts» und der WAZ-Mediengruppe bestätigte am Freitag ein Unternehmenssprecher. Durch anonyme Hinweise sei der Konzern 2010 auf mögliche Verstöße aufmerksam gemacht worden. Im Zuge der internen Ermittlungen seien Unregelmäßigkeiten in Osteuropa festgestellt worden.

Der Konzern habe die Mitarbeiter entlassen und die zuständigen Behörden informiert. «ThyssenKrupp sieht sich selbst als geschädigt und hat bereits Schadensersatzansprüche gerichtlich geltend gemacht», erklärte das Unternehmen. Gegen die Beteiligten laufe ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren.

Nach dem Aufdecken eines Kartells auf dem Schienenmarkt und der öffentlichen Diskussion um luxuriöse Pressereisen hat ThyssenKrupp damit offenbar den nächsten Fall von unsauberer Geschäftsführung am Hals. Nach Informationen des Blattes summieren sich die unklaren Zahlungen auf einen zweistelligen Millionenbetrag, der unter anderem bei Geschäften in Kasachstan, Usbekistan und China geflossen sein soll. Die Summe setze sich zusammen aus Scheinrechnungen und Provisionen, für die im Gegenzug keine Leistungen erkennbar sein sollen.