Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will an dem mittelfristigen Aus für stromintensive Nachtspeicherheizungen festhalten. «Eine Änderung des Betriebsverbots für Nachtstromspeicherheizungen ist gegenwärtig nicht vorgesehen», sagte eine Sprecherin des Bundesbauministeriums am Dienstag in Berlin.

RWE plant, die Geräte als Ökostromspeicher zu benutzen und fordert nach Angaben der «Financial Times Deutschland», das Verbot zu kippen. Nach Angaben des Ministeriums soll es gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) aber dabei bleiben, dass alle vor 1990 installierten Nachtspeicher nur noch bis Ende 2019 erlaubt sind - alle seit 1990 angeschlossenen Geräte dürfen maximal 30 Jahre laufen.

RWE will die Geräte nach einer erfolgreichen Testphase mit moderner Regeltechnik ausstatten, damit sie überschüssigen, billigen Strom aus Windparks bei Bedarf aufnehmen können. Derzeit gibt es nach Schätzungen noch rund 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen in Deutschland, die einst nachts billigen Kraftwerksstrom abnahmen, heute aber wegen hoher Strompreise große Nachteile haben.

Doch wenn es ab Ende 2019 bei dem Verbot bleibt, könnte das neue Geschäftsmodell eine kurze Halbwertzeit haben. Derzeit befindet sich zwar eine Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Ressortabstimmung, aber hier soll es bei dem Verbot ab Ende 2019 bleiben. Das Bundeskabinett soll im Februar darüber entscheiden.