Hoffenheim (SID) - Markus Babbel hat nach seiner Entlassung beim Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim Fehler eingestanden. Im Interview mit der Sport Bild räumte der 40-Jährige vor allem ein, dass das Ziel Qualifikation für den europäischen Wettbewerb zu hoch gesteckt gewesen sei.

"Die Zielformulierung kann man gerne als Fehler von mir ansehen", sagte er: "Mir war es aber einfach mal wichtig, das Gesamte mit Leben zu füllen, den Verein aufzuwecken. Kurzfristig war auch eine gewisse Aufbruchsstimmung spürbar." Im Nachhinein könne man sagen, "der Babbel hat den Mund zu voll genommen - kein Problem".

Zudem habe ihn die Doppelfunktion als Trainer und Manager, die er bis zur Verpflichtung von Andreas Müller inne hatte, stark belastet. "Der Managerposten war eine Sache, die ich unterschätzt habe. Ich wurde gebeten, den Job zu übernehmen", sagte Babbel: "Ich hätte früher darauf pochen müssen, dass ich Hilfe brauche. Heute weiß ich: Babbel als Manager funktioniert nicht."

Auch der schwere Autounfall von Boris Vukcevic sei in den Köpfen der Spieler hängen geblieben. "Er fehlt aber nicht nur menschlich, auch sportlich. Er war ein wichtiger Baustein im System, und jeder konnte sich zu 100 Prozent auf ihn verlassen", sagte Babbel: "Das ganze Drama ist nicht spurlos an uns vorbei gegangen. Die Wahrheit ist: Es tut weh und belastet sicher. Die Spieler haben es noch nicht alle verarbeitet."

Babbel, der in Hoffenheim erst am 10. Februar Holger Stanislawski beerbt hatte, war am Montag nach vier Niederlagen in Serie entlassen worden. Für ihn übernimmt zumindest bis zur Winterpause der bisherige U23-Trainer Frank Kramer den Tabellen-16.