Brüssel (dpa) - Mehrere Dutzend Länder nehmen einen neuen Anlauf bei der Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet. Deutschland und 47 weitere Staaten wollten dazu am Mittwoch in Brüssel ein internationales Bündnis schmieden.

Damit verpflichten sie sich zum Beispiel, Opfer besser zu identifizieren und ihnen beizustehen und die Täter konsequenter zu verfolgen. Zweifelhaftes Bild- und Videomaterial soll eingedämmt werden, Kinder stärker für die Gefahren des Internets sensibilisiert werden.

«Es liegt in unserer Verantwortung, die Kinder weltweit zu schützen und die Täter vor Gericht zu bringen, egal von wo aus sie operieren», erklärte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Vortag.

Dazu sucht die Europäische Union nun insbesondere den Schulterschluss mit den Vereinigten Staaten. US-Justizminister Eric Holder sollte am Mittwoch gemeinsam mit Malmström für die neue Übereinkunft werben. Der Kampf gegen kinderpornografisches Material ist auch deshalb schwierig, weil viele Daten auf amerikanischen Servern liegen. China, wo Experten ebenfalls viel Material vermuten, ist nicht dabei.

Die 48 Unterzeichner-Staaten des Bündnisses wollen zunächst Bilanz der nationalen Initiativen gegen Kinderpornografie im Internet ziehen und sich dann regelmäßig treffen und austauschen. Die Teilnehmer setzen sich Ziele, die sie im Kampf gegen den Online-Missbrauch erreichen wollen - über das konkrete Vorgehen der Ermittlungs- und Justizbehörden entscheiden sie aber selbst.

Zu den Unterzeichnerländern gehören neben allen 27 EU-Staaten und den USA zum Beispiel auch Korea, die Schweiz, Thailand oder die Türkei.

Mitteilungen der EU-Kommission

Gemeinsamer Artikel von Malmström und Holder