Kairo (dpa) - Im Streit um die ägyptische Verfassung drohen die Islamisten ihren Gegnern nun immer offener mit Gewalt.

Nachdem in den vergangenen Wochen lediglich in sozialen Netzwerken vereinzelt Aufrufe zum «Dschihad» gegen die politischen Gegner aufgetaucht waren, sagte der Generalsekretär der Partei für Unversehrtheit und Entwicklung, Mohammed Abu Samra, in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al-Arabija: «Wenn sie sich gegen die Legitimität stellen, dann werden wir äußerste Gewalt anwenden».

Der für seine radikalen Ansichten bekannte Fernsehprediger Abdullah Badr sagte in einer Talkshow des ägyptischen Islam-Senders Al-Hafez, die Christen seien es, die den Protest gegen Präsident Mohammed Mursi anführten. «Und wenn ihm auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann reißen wir ihnen die Augen aus», fügte er hinzu.

Der islamistische Staatschef hatte den Präsidentenpalast in Kairo am Dienstag verlassen, nachdem sich Zehntausende von Demonstranten vor dem Gebäude versammelt hatten, um seinen Rücktritt zu fordern. Augenzeugen berichteten, abgesehen von einigen Graffiti habe es während der Proteste keine Sachbeschädigung gegeben.

YouTube-Video mit Abdullah Badr