Seoul (dpa) - Der umstrittene Start einer Weltraumrakete in Nordkorea war nach Einschätzung der USA und Südkoreas ein Erfolg. Die Streitkräfte der beiden Länder gingen davon aus, dass das auf die Rakete geladene Objekt eine Erdumlaufbahn erreicht habe.

Dies teilte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch vor Journalisten in Seoul mit. Der Start löste eine Welle internationaler Kritik aus. Als Reaktion prüft die Europäische Union neue Sanktionen gegen Nordkorea.

Die Staatsmedien des kommunistischen Landes hatten etwa eineinhalb Stunden nach dem Start am Vormittag berichtet, die dreistufige Unha-3-Rakete habe einen wissenschaftlichen Beobachtungssatelliten auf eine Erdumlaufbahn gebracht. Es habe sich um ein «bahnbrechendes» Ereignis gehandelt, das Feiern im ganzen Land ausgelöst habe.

Die USA, Südkorea und andere Länder bezweifeln Nordkoreas Angaben, das eine Satelliten-Trägerrakete zu friedlichen Zwecken ins All geschossen geworden sei. Sie gehen vielmehr davon aus, dass unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts eine Interkontinentalrakete getestet werden sollte. Eine solche Rakete kann einen atomaren Sprengkopf tragen.