Seoul (dpa) - Bei der Präsidentenwahl in Südkorea zeichnete sich nach Medienberichten ein knapper Sieg der Kandidatin der konservativen Regierungspartei, Park Geun Hye, ab.

Nach Auszählung von mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen lag die 60-jährige Tochter des früheren Diktators Park Chung Hee mit 52 Prozent vor ihrem stärksten Rivalen, dem linksliberalen Oppositionspolitiker Moon Jae In. Das berichtete am Mittwoch der Rundfunksender KBS. Der frühere Menschenrechtsanwalt Moon käme danach auf 47,6 Prozent.

Es sei noch zu früh zu sagen, wer gewonnen habe, sagte ein Sprecher der regierenden Saenuri-Partei. «Wir sind noch vorsichtig.»

Sollte Park siegen, würde sie als erste Frau das höchste Staatsamt in Asiens viertgrößter Volkswirtschaft übernehmen. Ihr Vater, der das Land von 1961 bis 1979 mit eiserner Faust regiert hatte, wird in großen Teilen der Bevölkerung wegen der wirtschaftlichen Erfolge während seiner Herrschaft noch sehr verehrt.

Präsident Lee Myung Bak konnte sich nicht wiederwählen lassen. Er scheidet nach fünf Jahren an der Staatsspitze Ende Februar aus dem Amt. Die Wahlbeteiligung unter den rund 40,5 Millionen Stimmberechtigten war mit 75,8 Prozent hoch, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Vor fünf Jahren lag der Anteil bei 63 Prozent.