Frankfurt/Main (dpa) - Ungeachtet der drohenden Fiskalklippe in den USA hat der Dax am vorletzten Handelstag 2012 zum Schlussspurt angesetzt. Der deutsche Leitindex legte bis zum Donnerstagmittag um 0,27 Prozent auf 7657 Punkte zu und knüpfte damit an den starken Trend von zuletzt fünf Gewinnwochen in Folge an.

Das Kursbarometer steuert auf einen Jahresgewinn von rund 30 Prozent zu. Für den MDax ging es derweil um 0,10 Prozent auf 11 982 Punkte nach unten, der TecDax sank um 0,44 Prozent auf 832 Punkte.

Verhageln könnte einen freundlichen Jahresabschluss vor allem noch der Haushaltsstreit in den USA. Bei der Suche nach einer Lösung wird die Zeit immer knapper. US-Präsident Barack Obama hat seinen Weihnachtsurlaub auf Hawaii abgebrochen und kehrt an diesem Donnerstag nach Washington zurück.

Gelingt bis zur Silvesternacht im Tauziehen mit den Republikanern um ein Programm zum Defizitabbau kein Kompromiss, droht der Sturz von der sogenannten Fiskalklippe. Das heißt, auf die Amerikaner kämen ab 1. Januar Steuererhöhungen und automatische massive Ausgabenkürzungen zu. Experten warnen vor einer neuen US-Rezession und schweren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Nach Ansicht des Händlers Markus Huber vom Broker ETX Capital scheinen viele Anleger aber immer noch überzeugt von einer Einigung in letzter Minute - «einfach weil niemand dafür verantwortlich sein will, die US-Konjunktur möglicherweise zurück in die Rezession zu drücken».

Zusätzliche Komplikationen könnte es dadurch geben, dass die USA ausgerechnet am Jahresende erneut ihr Schuldenlimit erreichen. Finanzminister Timothy Geithner will zwar nach eigenen Angaben durch Etat-Umschichtungen etwas zeitlichen Spielraum gewinnen, machte zugleich aber deutlich, dass auch hier die Uhr tickt.

Besonders gefragt waren Aktien der Deutschen Bank mit einem Zuwachs von 1,23 Prozent. Börsianer sprachen von zaghaften Aufholbewegung vor dem Jahresende nach einer relativ enttäuschenden Entwicklung im Jahr 2012.

Dass die Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain in einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» nach Wochen negativer Nachrichten Besserung gelobten, sei indes kaum kursrelevant. Dax-Schlusslicht waren dagegen Papiere der Merck KGaA mit minus 1,67 Prozent.

Auch für Adidas ging es um 0,13 Prozent nach unten. Der Sportartikelhersteller setzt trotz Euro-Schuldenkrise und Wirtschaftsflaute in vielen Ländern seine Rekordjagd fort und erwartet 2012 einen Umsatz über 14,5 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Herbert Hainer der «Süddeutschen Zeitung» sagte. Ein Händler stellte indes auf zurückhaltende Kommentare zum langfristigen Ziel für 2015 ab, die die Stimmung etwas belasteten.

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