Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts der drohenden Fiskalklippe in den USA hat der Dax am vorletzten Handelstag im Jahr 2012 nur moderat zugelegt. Der deutsche Leitindex stieg am Donnerstag um 0,26 Prozent auf 7655,88 Punkte und knüpfte damit an den starken Trend von zuletzt fünf Gewinnwochen in Folge an.

Der Dax steuert auf einen Jahresgewinn von rund 30 Prozent zu. Für den MDax ging es derweil um 0,15 Prozent auf 11 976,54 Punkte nach unten, während der TecDax um 0,69 Prozent auf 830,19 Punkte zurückfiel.

Bei der Suche nach einer Lösung im US-Haushaltsstreit wird die Zeit immer knapper. Gelingt bis zur Silvesternacht kein Kompromiss im Tauziehen mit den Republikanern um ein Programm zum Defizitabbau, droht der Sturz von der sogenannten Fiskalklippe. Das heißt, auf die Amerikaner kämen ab 1. Januar Steuererhöhungen und automatische massive Ausgabenkürzungen zu. Experten warnen vor einer neuen Rezession und schweren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Derzeit passiere allerdings nichts im Haushaltsstreit, sagte Harry Reid, der Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Senat. Er wisse nicht, wie die Klippe rechtzeitig umgangen werden könne. Diese Aussagen hätten dem Dax zum Handelsschluss einen Teil seiner Tagesgewinne gekostet, sagten Börsianer. Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke meinte, viele Anleger hielten sich angesichts des Haushaltsstreits mit den USA zurück. Zudem seien die Umsätze kurz vor Jahresschluss nicht sehr hoch, so dass die Kursbewegungen nicht überinterpretiert werden sollten. Positiv werteten Marktteilnehmer derweil das wieder aufgehellte Unternehmensvertrauen im hoch verschuldeten Euroland Italien.

Besonders gefragt waren Aktien der Deutschen Bank mit einem Zuwachs von 0,82 Prozent. Börsianer sprachen von einer zaghaften Aufholbewegung vor dem Jahresende nach einer relativ enttäuschenden Entwicklung im Jahr 2012. Dax-Schlusslicht waren dagegen nach Presseberichten die Papiere von Lanxess mit minus 1,66 Prozent. In einem Interview hatte sich der neue Chef der RAG-Stiftung, Werner Müller, gegen eine Verbindung der beiden Chemiekonzerne Evonik und Lanxess geäußert.

Die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas zeigten sich kaum bewegt. Ein Händler stellte auf zurückhaltende Kommentare von Vorstandschef Herbert Hainer zum langfristigen Ziel für 2015 ab, die die Stimmung etwas belastet hätten.

Der EuroStoxx 50 stieg um 0,43 Prozent auf 2659,95 Punkte. Die Börse in Paris schloss ebenfalls im Plus, wohingegen der Londoner Leitindex FTSE 100 prozentual unverändert aus dem Handel ging. Am US-Aktienmarkt aber sank der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,08 Prozent am Freitag vor Weihnachten auf 1,07 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 134,73 Punkte. Der Bund Future legte um 0,59 Prozent auf 145,55 Punkte zu. Der Kurs des Euro gab nach und notierte zuletzt bei 1,3227 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3266 (Montag: 1,3218) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7538 (0,7565) Euro.

Weltweiter Börsenhandel an den Feiertagen