Sydney (dpa) - Große Teile Australiens leiden weiter unter einer Hitzewelle und extremer Buschbrandgefahr. Auf der Insel Tasmanien mussten am Samstag bereits hunderte Einwohner und Touristen über das Meer vor Waldbränden fliehen.

Besonders betroffen waren die Ortschaft Dunalley etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Hobart und weitere nahe gelegene Fischerorte. Mindestens 100 Häuser brannten nieder. Rund 1000 Menschen wurden mit Schiffen nach Hobart gebracht. Tausende saßen wegen der durch die Brände blockierten Straßen aber noch fest.

In Dunalley seien die Schule, die Polizeiwache eine Tankstelle und eine Bäckerei niedergebrannt, sagte Polizeichef Scott Tilyard. Bestätigte Berichte über Tote oder Verletzte gab es zunächst aber nicht. In Port Arthur würden noch 700 Menschen auf die Evakuierung der früheren Strafkolonie warten, größtenteils Touristen. 3000 Mahlzeiten seien in der betroffenen Region verteilt worden, so Tilyard.

«Der Himmel war scharlachrot», sagte ein Bewohner der Region, der sich auf einem Boot vor den Flammen in Sicherheit gebracht hatte, zu Reportern. «Es brannte direkt bis an die Wasserlinie. Es war unglaublich.»

In ganz Australien ist die Feuerwehr wegen der großen Hitze in Alarmbereitschaft. In Hobart kletterte die Temperatur auf den Rekordwert von 41,8 Grad. In Eucla, 1500 Kilometer östlich der Westküstenstadt Perth, wurden diese Woche 48,2 Grad gemessen - so viel wie nie zuvor in der Region. Perth war so heiß wie seit 80 Jahren nicht. In Wudinna in Südaustralien wurden 47 Grad gemessen, in Melbourne 41 und in Adelaide 44. «Passt auf euch auf und bringt euch in Sicherheit», twitterte Premierministerin Julia Gillard am Freitag.

Wegen der hohen Temperaturen und teils heftiger Winde sei die Gefahr von Buschbränden landesweit enorm, warnten die Behörden.

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Brandgefahr Tasmanien