Frankfurt/Main (dpa) - Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi zur Zinsentscheidung sowie positive Impulse von gut gelaufenen Anleiheauktionen haben am Donnerstag den Dax beflügelt. Bis zum Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,53 Prozent auf 7761 Punkte zu.

Der MDax baute sein Rekordhoch weiter aus und gewann 0,30 Prozent auf 12 401 Punkte. Der TecDax rückte um 0,60 Prozent auf 881 Punkte vor. «Die EZB betreibt eine Politik der ruhigen Hand», lobte Analyst Ralf Umlauf von der Helaba und hob die Aussage Draghis positiv hervor, wonach die Entscheidung für unveränderte Leitzinsen einstimmig gefallen sei. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sagte: «Die Währungshüter wollen ihr Pulver trocken halten, denn die konjunkturelle Situation im Euroraum ist weiter angespannt.» Wenn es nötig werde, könne die EZB immer noch agieren und die Zinsen weiter senken.

Zu den besonders beachteten Aktien an diesem Tag zählten die von MAN im MDax. Sie sprangen um 4,35 Prozent auf 60,00 Euro nach oben und profitierten damit deutlich von Plänen des Großaktionärs Volkswagen, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Lkw- und Maschinenbauer abschließen zu wollen. Laut einem Händler ist der nächste Schritt nun eine Barabfindung oder Garantiedividende für die Vorzugs- und Stammaktionäre von MAN, was die Aktien nach oben treibe. Die VW-Vorzüge rückten im Dax um 1,37 Prozent vor.

Die Bankaktien erholten sich weiter, nachdem der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht am Sonntag beschlossen hatte, den Finanzinstituten weltweit mehr Zeit zum Aufbau ihrer Liquiditätsreserven zu geben. An der Dax-Spitze gewannen die Commerzbank-Titel 3,71 Prozent auf 1,707 Euro. Die Papiere der Deutschen Bank stiegen um 2,60 Prozent.

Die ThyssenKrupp-Papiere bauten ihre Vortagesgewinne von knapp drei Prozent aus und stiegen um weitere drei Prozent. Nach der Kapitalerhöhung des Konkurrenten ArcelorMittal steigt laut Händlern die Hoffnung auf einen baldigen Verkauf von Thyssens Stahlwerken in Amerika.

Negative Analystenstudien drückten auf die Aktien von FMC und deren Mutter Fresenius sowie auf die RWE-Titel, die zwischen 1,3 und 1,9 Prozent nachgaben.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,21 Prozent am Vortag auf 1,22 Prozent. Der Rentenindex Rex legte leicht um 0,01 Prozent auf 134,07 Punkte zu. Der Bund Future sank um 0,50 Prozent auf 142,82 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3113 (Mittwoch: 1,3056) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7626 (0,7659) Euro.