Berlin (dpa) - Im Kampf gegen den Hunger auf der Erde fordert die Welternährungsorganisation mehr Investitionen in die Landwirtschaft ärmerer Länder. Es gebe einen immer engeren Zusammenhang zwischen Lebensmittelsicherheit und allgemeiner Sicherheit, also «zwischen Krieg und Hunger».

Das sagte Generaldirektor José Graziano da Silva am Samstag vor Beratungen internationaler Regierungsvertreter am Rande der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Seit 20 Jahren investierten aber nur noch die meist armen Bauern selbst. Nötig sei ein größeres Engagement privater Unternehmen und der Entwicklungszusammenarbeit.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte, es gehe um verantwortliche Investitionen, ohne die örtlichen Strukturen zu zerstören. Ein Schlüssel seien Hilfen für eine bessere Ausbildung, um die Produktion nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu steigern. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO sind jährlich rund 63 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen erforderlich. Damit sollte der Agrarsektor gestärkt werden, um Armut zu bekämpfen. Selbst könne ein Landwirt im Schnitt von 76 Entwicklungsländern laut FAO derzeit im Jahr nur rund 114 Euro investieren, hieß es.

Über Strategien zur Ernährungssicherung für die wachsende Weltbevölkerung sollte am Samstag in Berlin bei einer Konferenz beraten werden. Daran wollten Regierungsvertreter aus mehr als 80 Staaten sowie Wirtschaftsvertreter teilnehmen. Weltweit leiden rund 870 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung.

Anlässlich der Messe wollten in Berlin auch mehrere Tausend Menschen für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der globalen Landwirtschaft demonstrieren. Bei der 78. Grünen Woche rechnen die Veranstalter bis 27. Januar mit mehr als 400 000 Gästen in den Hallen unter dem Funkturm. Partnerland sind diesmal die Niederlande.

Grüne Woche

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