Sinsheim (dpa) - Glanzloses Debüt für Marco Kurz: Die TSG 1899 Hoffenheim kam im ersten Spiel unter ihrem neuen Trainer nur zu einem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach und ist weiter ein ganz heißer Abstiegskandidat in der Fußball-Bundesliga.

Zum Rückrunden-Auftakt konnte der Tabellen-16. wenigstens die siebte Niederlage in Serie verhindern, der letzte Sieg war das 3:2 gegen Schalke 04 am 3. November. Gladbach blieb im sechsten Spiel hintereinander ungeschlagen, ließ aber vor 26 500 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena ebenso zündende Ideen im Angriff vermissen.

Andreas Beck führte die Hoffenheimer als neuer Kapitän aufs Feld. Im Tor stand erstmals seit zwei Monaten wieder Ex-Nationalkeeper Tim Wiese und blieb weitgehend beschäftigungslos. Kurz hatte dem 31-Jährigen zwar die Spielführerbinde weggenommen, ihn aber wieder zur Nummer 1 gemacht. Die Gastgeber übernahmen gleich das Kommando und schossen zunächst aus allen Lagen. Roberto Firmino vergab nach Hereingabe von Kevin Volland in der 7. Minute die erste dicke Chance und scheiterte dann mit einem satten Schuss an Borussia-Schlussmann Marc-Andre ter Stegen (20.).

Die Gladbacher, die noch nie in Hoffenheim gewonnen haben, mussten kurzfristig auf den erkrankten Innenverteidiger Martin Stranzl verzichten. Erstmals seit drei Monaten und nach einer langwierigen Knieverletzung in der Startelf stand Luuk de Jong, der niederländische 12-Millionen-Euro-Rekordeinkauf. Kapitän Filip Daems saß auf der Bank, Angreifer Igor de Camargo, der nach Angaben von Sportdirektor Max Eberl den Verein verlassen kann, war nicht im Kader. Das galt auch für Hoffenheims einzigen Wintereinkauf, den Peruaner Luis Advincula.

Erst nach 30 Minuten musste Wiese zupacken - bei einem harmlosen Freistoß von Juan Arango. Seine Vorderleute standen bis dahin weitgehend sicher und bestens eingestellt vom einstigen Defensivspezialisten Kurz gegen die abwartenden Gladbacher. Überhaupt wirkte das Spiel TSG viel geordneter und disziplinierter im Vergleich zu den letzten Auftritten unter Markus Babbel und auch Interimscoach Frank Kramer. Sejad Salihovic versuchte immer wieder, auch nach vorne Akzente zu setzen. Der Bosnier musste aber schon nach 35 Minuten verletzt vom Platz, und so fehlte der TSG eine wichtige Schaltstation.

Die schwache Partie nahm auch nach dem Wechsel kaum Fahrt auf. Die Borussia hoffte auf einen Geistesblitz von Arango oder de Jong, konnte sich aber jetzt immerhin eine leichte Feldüberlegenheit erspielen. Brouwers hätte aus der ersten Torgelegenheit der Gäste in der 70. (!) Minute unbedingt das 1:0 machen müssen - doch der völlig freie Kapitän köpfte am Tor von Wiese vorbei. Die TSG-Profis und ihr Trainer rauften sich noch zweimal die Haare, als ter Stegen zunächst einen harten Flachschuss von Tobias Weis entschärfte (76.) und der eingewechselte Joselu (85.) den Ball am rechten Pfosten vorbeihämmerte. Und so hatte Kurz zehn Monate nach seiner Beurlaubung als Chefcoach des 1. FC Kaiserslautern nichts zu feiern bei seinem Comeback auf der Bundesligabühne.